Der jüngste Teil des Frankfurter Hafens ist bereits fast 60 Jahre alt. Die Spundwand, die das Ufer befestigt, zeigt altersbedingten Verschleiß. Die HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt mbH beginnt Ende Januar mit der Sanierung eines 765 Meter langen Teilabschnitts der Kaimauer im Gutleuthafen. Die Arbeiten sollen Ende August 2027 abgeschlossen sein.
Ersatzneubau direkt vor der bestehenden Wand
Um den Hafenbetrieb so gering wie möglich zu beeinträchtigen, wird wasserseitig eine neue Stahlspundwand rund einen Meter vor der bestehenden Kaimauer errichtet. Sie folgt dem Verlauf der vorhandenen Uferlinie. Die neue Konstruktion wird als einfach verankerte Stahlspundwand ausgeführt. Den oberen Abschluss der neuen Wand bildet ein Stahlbetonholm, in den auch die Verankerungen eingebunden werden. Für die Verankerung kommen Bohrverpresspfähle zum Einsatz. Mit dieser Bauweise erhält die Kaimauer eine dauerhaft stabile, tragfähige Ersatzkonstruktion, ohne dass der Hafenquerschnitt wesentlich verändert wird.
Bauweise vom Wasser aus: Hafenbetrieb bleibt weitgehend gesichert
Die Bauarbeiten werden ausschließlich vom Wasser aus durchgeführt. Auf Arbeitspontons, die mit den erforderlichen Baumaschinen ausgestattet sind, arbeiten die Teams abschnittsweise entlang der Uferlinie. Schubboote bewegen die Pontons im Zuge des Baufortschritts. Um den Hafenbetrieb möglichst unbeeinträchtigt weiterzuführen, werden in den jeweiligen Bereichen des Güterumschlags provisorische Umschlagstellen für die Güter transportierenden Schiffe eingerichtet. Hierzu werden die Spundbohlen mit Nischenpollern ausgestattet und temporär an der bestehenden Uferwand befestigt. So bleiben zentrale Hafenprozesse auch während der Arbeiten funktionsfähig.
Stadträtin Stephanie Wüst betont die Bedeutung des Projekts
„Die Sanierung der Kaimauer sichert die Funktionsfähigkeit des Gutleuthafens und trägt dazu bei, diesen wichtigen Logistikknotenpunkt sowie Industrie- und Gewerbestandort langfristig zu erhalten. Der Bauablauf ist so gestaltet, dass die Hafenunternehmen während der Bauzeit über 2026 und 2027 möglichst uneingeschränkt weiterarbeiten können“, so Wirtschaftsdezernentin Stadträtin Stephanie Wüst.
Wichtiger Umschlagplatz in der Rhein-Main-Region
Der Frankfurter Hafen mit seinen Standorten Gutleuthafen, Osthafen 1 und Osthafen 2 zählt zu den wichtigsten Logistikstandorten der Rhein-Main-Region. Er verfügt über eine trimodale Anbindung an Wasserstraße, Schiene und Straße und etwa 110 ansässige Unternehmen. Jährlich werden hier rund vier Millionen Tonnen Güter per Schiff und Bahn umgeschlagen. Der Hafen ist ein unverzichtbarer Standortfaktor und trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Frankfurts bei.
Der Gutleuthafen ist der kleinste Standort des Frankfurter Hafens. Durch seine Lage im Westen der Stadt hat er jedoch eine wichtige Rolle, unter anderem bei der Ver- und Entsorgung von Baustellen innerhalb des Stadtgebiets. Die Kaimauersanierung betrifft den Teil des Gutleuthafens, der langfristig als Hafen genutzt werden soll. Im Jahr 2011 hatten die Frankfurter Stadtverordneten den Rahmenplan Sommerhoffpark beschlossen. Auf dieser Grundlage ist geplant, den östlichen Teil des Gutleuthafens künftig in Form einer Mischbebauung aus Gewerbe und Wohnen zu entwickeln.